SChOPFMAKAK + PUSTELSCHWEIN + ZWERGOTTER

Das WG-Leben kann beginnen

zwei Visayas Pustelschwein stehen hinter einem umgefallenen Baumstamm | © Zoo Salzburg/Angelika Köppl

Wer schon einmal Teil einer Wohngemeinschaft war, weiß, das Zusammenleben funktioniert nur miteinander. Das ist in unserer tierischen Südostasien-WG, die am 7. Juli 2026 offiziell eröffnet wurde, nicht anders. Sinn und Zweck ist auch hier, sich gegenseitig zu bereichern und nicht nebeneinanderher zu leben. Allerdings sollte man bei der Vergesellschaftung dreier verschiedener Arten natürlich mit Geduld und Fingerspitzengefühl vorgehen. Erst muss nämlich jedes Tier beziehungsweise jede Art für sich ihren neuen Lebensraum erkunden und zuverlässig wissen, wo ihr „Safe Space“ ist. Sprich, sie müssen gelernt haben, wohin sie sich beispielsweise im Falle eines Konflikts zurückziehen können. So konnte man bereits kurz vor dem Eröffnungsdatum die beiden Zwergotter Ravi und Mona einträchtig und meist Kopf an Kopf über die Anlage huschen sehen. Dabei wurden sie nicht müde, sich bei jedem „Vorstoß“ ein wenig weiter weg zu wagen, um bei einem irritierenden Geräusch gleichzeitig umzudrehen und den schutzbietenden Innenbereich aufzusuchen. Nach etwa einer Minute erschien dann wieder ein kleiner rundlicher Kopf am Ende der „Röhre“. Er blickte erst vorwitzig nach links, dann nach rechts, und im nahezu gleichen Atemzug wagte der kleine Räuber den nächsten Versuch - dicht gefolgt vom zweiten erkundungsfreudigen Zwergotter.

Sehr viel gemütlicher, aber nicht minder neugierig ließen es dagegen die zwei Visayas-Pustelschweine Miko und Matapang angehen. Mit einer gewissen Portion Vorsicht und den Rüssel dicht am Boden lernten sie ihre neue Umgebung mit Bedacht kennen. Als letzter im Bunde durfte Schopfmakak Kera die 1.200 große Außenanlage inspizieren. Wer ihn dabei beobachtete, weiß nun, was das Wort Akribie bedeutet. Der Primat mit dem ausgesprochen wachen Blick ging bei seinen ersten Ausflügen nämlich nicht Schritt für Schritt vor, sondern Grashalm für Grashalm.

Nachdem sich zunächst bei dem Projekt der Vergesellschaftung Zwergotter und Pustelschweine direkt begegneten, wobei die wieselflinken Otter vor den wesentlich größeren Schweinen jegliche Scheu missen ließen, stand in dieser Woche ein Zusammentreffen von Kera mit seinen tierischen Mitbewohnern an. Während sich Affe und Otter weitestgehend ignorierten, betrachtete Miko den aufgeschlossenen Kera zunächst als unliebsame Konkurrenz. Als Kera in Windeseile die auf der Anlage befindliche Mauer erklomm, hatte Miko als waschechter Bodenbewohner natürlich das Nachsehen.

Am gestrigen Donnerstag feierten wir schließlich eine echte WG-Premiere, bei der alle drei Arten aufeinandertrafen. Um ehrlich zu sein, trafen sie fast aufeinander, da die Zwergotter bei dem zu diesem Zeitpunkt herrschenden „Andrang“ lieber die Sicherheitsvariante wählten und im Haus blieben. Miko machte es sich hingegen in seiner neu auserkorenen Lieblingskuhle gemütlich und Kera setzte seine Pflanzenstudien fort. Somit nahmen sie den anderen erst zeitverzögert wahr und Kera trat umgehend den geordneten Rückzug an. Trotz offensichtlichem Respekt von dem imposanten Erscheinungsbild des Mitbewohners inspizierte Kera in einem unbeobachteten Moment dennoch den Innenbereich der Pustelschweine. Wer weiß denn schon, welche verschmähten Leckerbissen die tierischen Kollegen dort zurückgelassen haben? Im Übrigen bedienen sich auch die Ravi und Mona liebend gerne am „Schweinebuffet“ und es kommt nicht selten vor, dass sie in „Bonnie und Clyde-Manier“ ein Stückchen Paprika oder Salat stibitzen. Voll diebischer Freude über die ergaunerte Beute, wird von dieser auch mal gekostet. Wenn’s nicht mundet, landet sie schlimmstenfalls im Pool.  
Demnächst wird es sicherlich eine spannende Fortsetzung des tierischen WG-Lebens geben. Besser ist natürlich, Sie kommen vorbei und lernen unsere findigen Protagonisten persönlich kennen.

Und noch eine Info zum Schluss: Wirklich komplettiert wird die Südostasien-WG im Laufe des Sommers, wenn zwei weitere weibliche Visayas-Pustelschweine und drei weibliche Schopfmakaken bei uns einziehen.

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