Ernste Ansage bei Familie Baumstachler

„Du kommst hier nicht vorbei“

Bei Familie Baumstachler gibt es eine eiserne Regel. Wer zuerst kommt, frisst zuerst. Streng genommen gibt es sogar zwei, wobei die eine die andere bedingt. Hat nämlich jemand die Futterschüssel für sich okkupiert, ist jeglicher Durchgangsverkehr strengstens untersagt. Da gibt es auch keine Ausnahmen. So wurde das dreijährige Weibchen Greta von ihrem einjährigen Sohn Robin kürzlich vehement in die Schranken gewiesen. Dieser hatte seiner Mutter lautstark erklärt, dass zur Essenszeit kein Durchkommen ist. Und wie so oft hat ein Dritter von dem innerfamiliären Disput profitiert: der gemütliche Gizmo. Während die anderen beiden ihren jeweiligen Standpunkt vertraten, tat der futteraffine Baumstachler, was er am liebsten macht. Er snackte sich durchs Buffet.  

Im Zoo Salzburg können Nordamerikanische Baumstachler seit gut zweieinhalb Jahren beobachtet werden. War es zunächst nur das dreijährige Männchen Gizmo, sind die stacheligen Klettermeister aktuell zu viert. Das jüngste Familienmitglied kam Ende April dieses Jahres zur Welt. Bis auf ein paar verbal geführte Diskussionen verläuft das Zusammenleben des Vierergespanns auch recht harmonisch. Grundsätzlich gehören die in Nordamerika weit verbreiteten Nagetiere jedoch zu den Einzelgängern, die tagsüber ein geruhsames Plätzchen zum Schlafen vorziehen und abends oder nachts auf Nahrungssuche gehen.

Doch auch wenn die stacheligen Gesellen insgesamt nicht als gefährdet gelten, sehen sie sich einer Vielfalt an Bedrohungen ausgesetzt, allen voran dem Straßenverkehr. Zudem werden sie häufig bejagt, da sie beispielsweise weder vor Autoreifen noch vor Kühlerschläuchen oder Axtstielen Halt machen und dadurch bei der Bevölkerung teils wenig beliebt sind. In Mexiko gelten Baumstachler aufgrund ihrer starken Bejagung hingegen als stark gefährdet.

Richtig gut können Besucherinnen und Besucher die Salzburger Familie Baumstachler übrigens beim Nachtzoo beobachten. Zu späterer Stunde zeigen sie sich nämlich gerne von ihrer aktiven und somit kletterfreudigen Seite.

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