Zoo Salzburg beteiligt sich an ArtenschutzproJEKT

Feuersalamander in Not

In einem Ökosystem spielen alle Lebewesen eine wichtige Rolle. So auch der in Not geratene  Feuersalamander. Als wären der Klimawandel mit langen Trockenphasen und wiederkehrenden Starkregenereignissen noch nicht genug, macht dem auffällig gefärbten Schwanzlurch die sogenannte Salamanderpest schwer zu schaffen. Somit besteht dringender Handlungsbedarf. 

Deshalb haben wir kürzlich zum Erhalt einer Reservepopulation von Feuersalamandern, die durch einen aus Asien nach Mitteleuropa gelangten Pilz zum Teil massenhaft sterben, fünf der schönen Schwanzlurche bei uns aufgenommen. Sie werden zur Zucht hinter den Kulissen gehalten.

Bei den im Zoo Salzburg vor wenigen Tagen eingetroffenen Feuersalamandern handelt es sich um fünf junge Tiere aus dem Erhaltungsprogramm der in Berlin ansässigen Organisation Citizen Conservation (CC). Unter dem Motto „gemeinsam aktiv gegen das Artensterben“ bündelt CC die Kräfte von Zoos und Privathaltern miteinander, um gemeinsam Artenschutz durch gezielten Arterhalt zu betreiben. Um den Genpool der Feuersalamander in menschlicher Obhut vielfältig zu halten, stammen unsere Lurche beispielsweise von unterschiedlichen Elternpaaren ab..

Die beiden ausgewachsenen männlichen Feuersalamander, die Besucherinnen und Besucher in einem Terrarium nahe der Steinbockanlage sehen können, bleiben Botschafter der gefährdeten Amphibien. Da die Zucht der Salamander im Rahmen des Artenschutzprojektes strengen Auflagen unterliegt und nur innerhalb lokal auftretender Unterarten gezüchtet werden darf, werden diese beiden Tiere nicht eingebunden. „Sollten unsere Zuchttiere oder deren Nachkommen eines Tages ausgewildert werden, geschieht dies an dem Ort, wo die Feuersalamander ursprünglich abgesammelt wurden. Je nach Region existieren verschiedene Unterarten. Man sieht auch, dass sich unsere neuen, noch jungen Salamander optisch von den zwei Tieren, die für Besucher zu sehen sind, unterscheiden.

Der invasive und die Salamanderpest auslösende Pilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) wurde im Jahr 2013 erstmals beschrieben. Drei Jahre zuvor wurden in den Niederlanden auffällig viele tote Salamander entdeckt. Damals brach die Population in einem Waldgebiet etwa 30 km westlich von Aachen regelrecht zusammen. Im Nachhinein stellte man jedoch fest, dass der Pilz aufgrund eines belegbaren Massensterbens in der Eifel schon früher seinen Weg nach Europa gefunden hatte. Bsal ist leider hochansteckend und sorgt bei Feuersalamandern für schwerwiegende Hautläsionen. Die Haut als lebenswichtiges Organ wird regelrecht zerfressen und sie verliert ihre Schutzfunktion. Folglich wird das Immunsystem der Tiere geschädigt und sie sterben an Infektionskrankheiten. 

In Österreich wurde Bsal noch nicht nachgewiesen. Nachdem der Pilz jedoch schon in Bayern angekommen ist, kann von Sicherheit keine Rede sein. Weil, wie eingangs erwähnt, in einem Ökosystem jeder einzelnen Art eine wichtige Rolle zukommt, muss man davon ausgehen, dass ein Wegfall des Feuersalamanders negative Auswirkungen haben wird. Da die schönen Lurche auf Verschmutzung und Umweltveränderungen recht empfindlich reagieren, ist das Vorkommen von Feuersalamandern in einem Gebiet oft ein Zeichen für ein intaktes Ökosystem. 

Am Tag des Feuersalamanders sollten auch die treuen Unterstützer unserer Feuersalamander im Zoo Salzburg nicht unerwähnt bleiben. Die Salzburg AG hält die Patronanz für unsere Feuersalamander und setzt damit ein Zeichen für den Artenerhalt dieser europäischen Amphibienart. Als Energie- und Infrastruktur-Dienstleister engagiert sich die Salzburg AG für die Umwelt und fungiert als wichtiger der Partner der Klima- und Energiestrategie SALZBURG 2050 des Landes Salzburgs.

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