Zwei junge Katzen außer Rand und Band

Schneeleoparden
Nachwuchs

Schneeleopard Raju auf Baumstamm liegend | © Rainbow Eyes Photography / Frans van Arkel

Lautlos anschleichen, kurz ducken, Ziel anvisieren und dann mühelos abheben, um nach dem Sprung vom Felsen gekonnt auf den überdimensional großen Pfoten zu landen. Solche Szenen sind bei den Geschwistern Raju und Basanti derzeit Alltag. Da wird sich gefühlt pausenlos gegenseitig aufgelauert und hinterhergejagt. Sehr hoch im Kurs ist auch ihr blauer Ball.  Die sechs Monate alten Schneeleoparden spielen und toben und manchmal übertreiben die Geschwister auch ein bisschen sodass Mutter Malou  eingreift. Da kann es auch passieren, dass besagter Ball kurz „konfisziert“ wird. Manchmal gerät die vierjährige Schneeleopardin auch direkt ins Visier ihres halbstarken Nachwuchses und lässt sich großzügig auf ein paar kleine Spieleinheiten ein. Schließlich geht es in dieser Phase des Heranwachsens darum Muskelkraft und jagdliche Fähigkeiten zu trainieren.

Dabei fällt auf, dass die „Sturm und Drang Zeit“ der jungen Schneeleoparden bei Raju ein wenig stärker durchklingt als bei seiner Schwester Basanti. Raju testet seine Grenzen etwas mehr aus als Basanti und gilt als der Mutigere von beiden. Auf der anderen Seite sucht er aber auch schneller Schutz bei seiner Mutter, wenn etwas ‚schief‘ geht.

Und was macht eigentlich Vater Sayan? Der jetzt 12 Jahre alte Kater ist morgens gemeinsam mit Malou und den wilden Geschwistern auf der Außenanlage. Sobald es dem gutmütigen Sayan zu viel wird, gönnen ihm seine Tierpflegerinnen und Tierpfleger wieder seine Ruhe. Mit zwei schönen Außenanlagen für die Schneeleoparden können wir sehr gut auf die Bedürfnisse von Familie Schneeleopard eingehen. 

Für die seit Dezember 2021 im Zoo Salzburg lebende Schneeleopardin Malou sind die aktuellen Jungtiere der zweite Wurf. Das ist wichtig und gut, denn laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion leben nur noch etwa 3000 erwachsene Schneeleoparden in ihrer zentralasiatischen Heimat. Allerdings sind Zählungen in dem kaum zugänglichen Lebensraum schwierig. Aufgrund von Wilderei und illegalem Handel sowie Konflikten mit Viehzüchtern und dem Schwund von Beutetieren ist der Bestand der scheuen Großkatzen, die auch als „Geister der Berge“ bezeichnet werden, stark unter Druck geraten. Deshalb ist eine gesunde Reservepopulation in Zoos für den Arterhalt von großer Bedeutung.

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