Klimawandel, Geänderte Flugrouten FÜR ZUGVÖGEL und Vogelgrippe

Wettertrend mit weitreichenden Folgen

Afrikanische Höckergans flattert im Afrikadorf | © Zoo Salzburg / Angelika Köppl

Wenn man Wetterexpertinnen und Wetterexperten glauben mag, könnte der kommende Winter weniger kalt ausfallen. Verschiedene Wettermodelle weisen hier in eine klare Richtung. Demnach soll es ein milder Winter werden. Das schließt natürlich einzelne Kälteeinbrüche nicht aus. Der Klimawandel ist eben kein geflügeltes Wort, sondern Realität. Eine Realität mit weitreichenden Folgen für Mensch und Tier. 

Aus doppelt aktuellem Anlass muss man sich nur mal die Routen von Zugvögeln ansehen. Die befinden sich laut Forschenden in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess, was sich direkt auf den Klimawandel und das sich dadurch verändernde Nahrungsangebot zurückführen lässt. Somit spielen widrige Wetterumstände bei Zugvogelrouten eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es um die jeweilige Verfügbarkeit von Futterquellen, die Vögel zu Langstreckenfliegern machen. Wenn aber durch einen Anstieg der Temperaturen die Gewässer im nördlichen Europa eisfrei bleiben, können sich Reiher- und Tafelente den kräftezehrenden Flug in den Süden sparen. Daneben fällt auch ein Trend zu kürzeren Zugwegen oder einer früheren Rückkehr auf. Als Beispiel kann hier der Kranich genannt werden. Dieser kehrt zum Teil schon Ende Jänner in seine nördlichen Brutgebiete zurück. Aber auch hier verzichten immer mehr Vögel auf eine weite Reise und überwintern in Deutschland.

Und damit kommen wir zu dem zuvor erwähnten doppelten Anlass zurück. Dieser ist auch noch ein trauriger, denn aufgrund des besonders starken Ausbruchs der Vogelgrippe oder Aviären Influenza sind in unserem Nachbarland tausende Kraniche buchstäblich tot vom Himmel gefallen. Hier ist bereits von einem regelrechten Massensterben die Rede. Ornithologen sprechen sogar von einer Tragödie, wie es sie seit Menschengedenken nicht gegeben habe. 

An dieser ist wohl auch die Erderwärmung nicht ganz unschuldig. Aufgrund der globalen Veränderungen scheint das Virus H5N1 nämlich keine Pause mehr einzulegen
und bleibt ganzjährig aktiv. Daneben gibt es weitere Faktoren wie die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen oder einem geschwächten Immunsystem von Wildvögeln durch Extremwetterereignisse, die einen indirekten Zusammenhang zwischen Klimawandel und Aviärer Influenza darlegen. Bleibt nur zu hoffen, dass wir bei uns im Zoo weitestgehend verschont bleiben und unsere Vorsichtsmaßnahmen dazu beitragen. 

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